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Gesellschaft

Mann und Diakonie?

«Diakonie ist auch etwas für Männer!», sagte sich Diakon Urs Meier-Zwingli und schuf vor acht Jahren in der Kirchgemeinde Straubenzell ein Angebot für Männer im AHV-Alter.

Entstanden ist eine Gruppe Pensionierter, die sich nicht zu schade ist, die Hände schmutzig zu machen, anzupacken. Und dies müssen die Männer, denn im Spätsommer geht es jeweils in den inneralpinen Raum, um Gemeinden oder Alpgenossenschaften zu helfen. 

Berghilfe vermittelt Einsätze
«Die Schweizerische Berghilfe vermittelt uns jeweils Einsätze in Gebieten, wo Not am Mann ist, es etwas zu reparieren oder zu erstellen gibt», sagt Meier-Zwingli, der die Arbeitswoche organisiert und auch die Unterkunft beschafft. Zweimal schon verbrachte eine Gruppe aus Straubenzell auf dem Heinzenberg. Splügen, Bergün oder das Calancatal waren weitere Destinationen. Hier wurden Brunnen repariert, Wege ausgebessert, Brücken erstellt, Unterspülungen beseitigt, Tröge für das Vieh versetzt, Picknickstellen geschaffen oder Wiesen vom Gestrüpp befreit.

Kulturelles zur Wochenmitte
Auch diesen Herbst kehrte eine Gruppe zufrieden aus den Bergen zurück. In Savognin hatte sie eine Wanderwegbrücke gebaut, Zäune montiert und Schwendarbeit verrichtet. Zur Wochenmitte bildete ein kultureller Ausflug einen Kontrastpunkt zur körperlichen Arbeit. «Es ist immer eine Besonderheit am Ort oder der Gegend, die wir geniessen», erklärt Meier-Zwingli. Am Ausflug oder der Führung mit dabei ist dann auch das eingeschworene Kochteam: zwei Straubenzellerinnen.

Auch zu Hause tatkräftig
Je nach Zusammensetzung der Pensioniertengruppe, die selbstredend ökumenisch Hand in Hand arbeitet, kann es sein, dass der Steuerinspektor dem Fahnder der Kantonspolizei die Nägel reicht oder der Fabrikant Pfähle zusägt. Die Teilnehmer kommen laut Meier-Zwingli immer äusserst zufrieden nach Straubenzell zurück. Und es wird nicht nur in fremden Gefilden gearbeitet. Wenn es darum ginge, den Garten bei der Kirche neu zu gestalten oder eine Stiege zu setzen, seien die rüstigen Männer zur Stelle, weiss der Diakon. 

Von der Idee fasziniert
Beim Arbeitseinsatz mitmachen können alle Männer im AHV-Alter, die sich noch «im Saft fühlen». «Ein schöner Nebeneffekt ist, dass es auch die zu Hause weilenden Frauen schätzen, wenn die Gruppe eine Woche unterwegs ist.» Die Idee, so Meier-Zwingli, stamme aus dem Kanton Aargau. «Sie hat mich sehr beeindruckt.» Wie es scheint, nicht nur ihn. 

www.arbeitswoche.ch

 

Text: Katharina Meier | Foto: Walter Frischknecht  – Kirchenbote SG, Januar 2018

 


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