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Gesellschaft

Per Velo durch die Ostschweiz

Eine Gruppe junger Menschen unterschiedlicher Religion und Weltanschauung fährt mit dem Velo quer durch die Ostschweiz. Im Jüdischen Museum Hohenems und dem Serbischen Kulturverein Altstätten eröffnen sie Stationen des nationalen Projekt «Dialogue en Route».

Nacheinerwarmen Begrüssungvor dem jüdischen MuseummitAnsprachendes Museumsdirektors Dr. Hanno Loewy, des Bürgermeisters Dieter Egger und der Grünen Landtagsabgeordneten Valide Aydin begab sich die Gruppe zu Fuss und per Velo auf den Weg.

Nur wenige haben es geschafft

«Nach der Bahn links und alles dem Bach entlang.» So lautete einer der Hinweise, wie der Weg durchs Riet zu finden war – damals, nach dem Anschluss Österreichs 1938, als die Flucht über die «Grüne Grenze» die realistischste Möglichkeit für Jüdinnen und Juden war, dem Tod durch die Nazis zu entrinnen. Die jungen Guides von «Dialogue en Route», teils selber mit Fluchterfahrungen in der Familie konfrontiert, balancierten über ein schmales Brücklein beim Alten Rhein – bewegt von der Vergangenheit. Sie brauchten keine Bauernkinder, die sie für ein kleines Entgelt zum Übergang lotsten. Und sie schafften es alle über die Grenze, im Gegensatz zu den jüdischen Flüchtlingen, die zum grosser Teil von den Schweizer Grenzwächtern abgewiesen wurden.

Grenzenlose Gastfreundschaft 

In Altstätten wurden die Velofahrerinnen und Velofahrer äusserst herzlich im Serbischen Kulturverein Sveti Sava empfangen. Bei ihrer der Ankunft war ein Kurs in serbischem Volkstanz im Gange. Beeindruckt von der Professionalität und Kreativität der jungen Serben und Serbinnen beobachteten sie gespannt - bis sie eingeladen wurden, sich selbst am für sie neuen Tanz zu versuchen. Unter der Leitung von Stefani Miri?, der Tochter des Präsidenten des Vereins, kam die Gruppe von «Dialogue en Route» bei den raschen Schrittfolgen teils an ihre eignen Grenzen.

Freude über Engagement

Über den jugendlichen Austausch freute sich Ursula Stadelmüller der Fachstelle Integration St.Galler Rheintal, welche «Dialogue en Route» unterstützt. «Wir engagieren uns im kulturellenDialog. Wenn Jugendliche involviert sind, dann finden wir das umso besser, sind sie doch unsere Zukunft.» Der Verein Sveti Sava ist darum bemüht, die serbische Kultur auch in Zukunft zu erhalten.

Wurzeln bewahren

«Unsere Kinder sind zu 90% Schweizer Staatsangehörige», sagte der Präsident Ljubisa Miri? und ergänzte: «Durch unseren Verein bewahren sie ihre Wurzeln.» Bevor die Gruppe von «Dialogue en Route» im Vereinslokal ihr Nachtlager einrichteten, wurden sie nicht nur reich, sondern auch rücksichtsvoll bewirtet. Neben der serbischen Spezialität ?evap?i?i wurde für die jüdischen Gäste Poulet und Kalbsbratwurst und für die Veganerin Tofu aufgetischt.

Junge eröffnen Orte des Dialogs

«Dialogue en Route» lädt ein, die religiöse und kulturelle Vielfalt der Schweiz zu entdecken. Das neue Projekt von IRAS COTIS präsentiert bedeutende Kulturorte und religiöse Stätten wie den Stiftsbezirk St. Gallen, das Grossmünster Zürich, die Synagoge der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich oder die Bosnischen Moschee in Schlieren als Orte des Dialogs.

Velotour durch die Ostschweiz

Während der Eröffnung in der Region Ostschweiz und Zürich findet eine Velotour statt. Junge Menschen mit verschiedenen kulturellen und religiösen Hintergründen besuchen die Orte des Projekts. Bei öffentlichen Veranstaltungen wie einem Grillabend in der Moschee in Kreuzlingen oder einem Tanzworkshop im serbischen Kulturverein Altstätten lernen sie sich in ihren Verschiedenheiten kennen. Ziel des Projekts ist es, anderen Religionen und Weltanschauungen begegnen zu können und damit zum friedlichen Zusammenleben beizutragen. «Dialogue en Route» richtet sich an ein breites Publikum und Schulklassen.

 

Ab Juli 2017 können Schulklassen, Gruppen und Privatpersonen Angebote buchen: www.enroute.ch

 

Eine breit abgestützte Bewegung

Lanciert wurde «Dialogue en Route» von der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz IRAS COTIS. Gemeinsam getragen wird das Projekt von der Schweizerischen Bischofskonferenz SBK, dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK, der Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz FIDS und dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG. Die grossen Religionsverbände setzen damit ein Zeichen für den Religionsfrieden. Das Projekt steht unter dem Patronat der Schweizerischen UNESCO-Kommission und ist Teil des Integrationsdialogs der Tripartiten Agglomerationskonferenz TAK. An der Realisation sind die Universitäten Bern, Lausanne und Luzern sowie diverse pädagogische Hochschulen beteiligt. Finanziert wird es durch kantonale Lotteriefonds, den Integrationskredit des Bundes, die Fachstelle für Rassismusbekämpfung FRB, die Stiftung Mercator Schweiz, die Ernst Göhner Stiftung, die Paul Schiller Stiftung, Zürich und viel Eigenleistung der beteiligten Akteure.


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Ein Bier zum Jubiläum: Das Zwingli Bier ist gebraut –  zu Ehren von Huldrych Zwingli, nach alter Tradition, ein gutbürgerliches Bier. Im Stil ist das Zwingli-Bier ein Urweizen mit vier Getreidesorten, darunter auch die alten Sorten Emmer und Dinkel. Im Geschmack entspricht das Zwingli Bier einem Bier …von früher»: rotbraun in der Farbe, naturtrüb, trocken und mit einer dezenten Sauerteigbrot-Note, wie es im Newsletter  mit Veranstaltungen zu 500 Jahre Reformation St. Gallen heisst. 

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Kantonaler Singtag  | Artikel

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Programm

14:00 Uhr: Lieder kennen lernen und proben mit Andreas Hausammann und Mitgliedern der Spurgruppe Repertoire
Pause
15.45 Uhr 16.15 Uhr: Gemeinsames Singen mit Band und Texten von Carl Boetschi 

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.

 

 


500 Jahre Reformation   | Artikel